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Swiza D03 Allblack Taschenmesser Review

Swiza D03 Allblack Taschenmesser Review

Ich durfte das Swiza Allblack seit dem 16.11.2017 einem Alltagstest unterziehen. Dabei wurde der Schwerpunkt auf die Funktionen und die Standfestigkeit gelegt.

 Ich muss zugeben, dass ich vor dem Test noch nie etwas von Swiza-Taschenmesser gehört habe. Mir waren bis anhin lediglich die Taschenmesser von Victorinox und Wenger bekannt und vertraut.

Das Swiza Allblack kam in einer kleinen, mattschwarzen Kartonschachtel mit schwarz glänzender Aufschrift per Post an. Dabei war die Verpackung passend zum ersten Eindruck des Messers: ELEGANT

Das Swiza Allblack in seiner Box bei der Ankunft.
So sieht das Messer vor dem intensiven 3 Monate Alltagstest aus.

Sofort begann ich mit dem Test. Ich trug das Swiza während drei Monaten praktisch jeden Tag auf mir. Etwa die Hälfte dieser Zeit befand es sich in derselben Hosentasche wie mein Leatherman Wave. So konnte ich gerade testen, wie abrieb- und standfest die PVD-Beschichtung der Werkzeuge und die Antirutschbeschichtung der Griffschalen sind und dem ständigen "Zusammenprall" mit dem Leatherman standhalten. Erstaunlicherweise waren die Abnützungsspuren an der PVD-Beschichtung und den Griffschalen relativ gering; bei der PVD-Beschichtung gab es lediglich kleinere Abreibungen an den Werkzeugkanten und auf der Aussenfläche des grossen Schraubendrehers. Bei den Griffschalen gab es nur minime Kratzer, welche nicht gerade auf den ersten Blick sichtbar sind. Dellen gab es weder in den Werkzeugen noch in den Griffschalen. Somit kann man sagen, dass die beiden Beschichtungen äusseren Einflüssen gut standhalten.

Nach 3 Monaten in der Hosentasche mit anderen Tools.
Abnützungsspuren sieht man vor allem an den Werkzeugkanten.

Das Messer liegt aufgrund der leicht geschwungenen Form und der weichen und rutschfesten Griffschalen angenehm in der Hand. Auch mit nassen Händen kann man das Messer noch sicher halten.

Trotz vielem Herumdrücken konnte ich bis jetzt noch nicht feststellen, dass sich der Klingenarretierungsknopf verändert hat: Das Schweizerkreuz sitzt, wie zu Beginn des Testes, noch immer fest in seiner weicheren Umgebung. Mit ein bisschen Übung und "Herumspielen" bringt man es auch zustande, sämtliche Werkzeuge einhändig zu öffnen und wieder zu schliessen.

 

Gesamtlänge:            16,7 cm

Grifflänge:                  9,5 cm

Klingenlänge:              7,5 cm

Gewicht:                     ca. 62 Gramm

Klingenmaterial:          Edelstahl 440

Klingenhärte:              57 HRC

Die geschwungene Form macht die Handhabung des Messers angenehm.

Funktionstest der 6 Werkzeuge mit insgesamt 10 Funktionen:

 

-       Die arretierbare Hauptklinge hat eine gute Grundschärfe - das saubere Schneiden von Papier war durchaus möglich. Jedoch empfand ich die Klinge als weniger scharf als diejenigen von Victorinox oder Wenger Taschenmesser.

-       Mit dem grossen Schraubendreher konnte ohne Probleme Schlitzschrauben angezogen und gelöst werden. Auch leichte Hebelarbeiten waren möglich ohne, dass sich die Klinge verbogen hat. Ein Drahtbieger war auch vorhanden.

-       Das Öffnen von Kronkorken war mit dem Kapselheber ohne Probleme möglich.

-       Auch mit dem kleinen Schraubendreher liessen sich Problemlos kleinere Schlitzschrauben anziehen und lösen. Für mittelgrosse Kreuzschlitzschrauben ist die Klingenbreite des kleinen Schraubendrehers fast etwas zu gross; 0,5-1mm schmäler und man könnte Kreuzschlitzschrauben besser anziehen und lösen (kann man ja noch nachbearbeiten).

-       Blechdosen (inkl. Deckel von Getränkedosen) konnten mit dem Dosenöffner ohne Probleme mit einem sauberen Schnitt geöffnet werden.

-       Aufgrund der Bauweise der Ahle kann nicht ihr ganzes Potenzial ausgeschöpft werden. Sie wird nach hinten aufgrund des Kantprofils zu breit und man benötigt immer einen grösseren Kraftaufwand um tiefer bohren zu können. Das Loch dient dazu, dass man die Ahle auch zum Nähen gebrauchen kann (wurde nicht getestet, wird in weichen Materialien aber wohl möglich sein).

-       Mit dem Korkenzieher, welcher ein bisschen länger als die der üblich bekannten Taschenmesser ist, liessen sich Korken ohne Probleme ziehen.

-       Die Pinzette ist praktisch verlustsicher untergebracht. Aufgrund der Abschrägung können mit ihr filigrane Arbeiten ausgeführt werden.

Die sechs Werkzeuge in der Übersicht.

Positivpunkte:

-       Klingenarretierung

-       Elegantes, man kann aber auch sagen, taktisches Aussehen

-       Alle Werkzeuge erfüllten die Anforderungen in ihrer Funktion

-       Aufgrund der Abschrägung der Pinzette ist ein filigranes Arbeiten möglich

-       Pinzette ist praktisch verlustsicher untergebracht

-       Antirutschbeschichtete Griffschalen bieten einen angenehmen und sicheren Halt

 

Negativpunkte:

-       Die "Nagelkerben" zum Öffnen der Werkzeuge ist scharfkantig und nicht "Fingernagelfreundlich (Fingernägel beim Öffnen der Werkzeuge z.T. angerissen)

-       Grosse Spaltmasse am Taschenmesserrücken zwischen den Werkzeugen

-       Die Klinge und der grosse Schraubendreher von vergleichbaren Taschenmessern aus dem Hause Victorinox oder Wenger sind (optisch und gefühlsmässig) robuster gebaut.

-       Die Ahle ist aufgrund der Bauweise zu breit, und kann somit beim Bohren nicht ihr ganzes Potenzial ausschöpfen.

-       Ein Nagelkauer hätte Probleme, die Pinzette nur mit blossen Händen herauszunehmen

-       Wer am Messer eine Öse zum Befestigen einer Kette oder Lanyard sucht, wird leider nicht fündig.

-       Hoher Kaufpreis.

Fazit:

Wer ein funktionelles Taschenmesser mit einem nicht gerade alltäglichen Erscheinungsbild sucht, wird mit dem Swiza Allblack seine Freude haben. Es passt als Sammlermesser in jede Vitrine und als Gebrauchsmesser in jede Hosen-, Anzugs- oder Einsatztasche. Ob das Messer die CHF 75.00 wert ist, muss jeder für sich entscheiden – am Schluss ist es, gelinde gesagt, einfach ein normales Taschenmesser.

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