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Olight X9R Marauder

Einleitung

In den letzten Jahren sind LED Taschenlampen immer kleiner und heller geworden. Das Olight kleine und dennoch helle Taschenlampen bauen kann, haben sie bereits mit der S1 Mini Baton und zuletzt der I1R EOS bewiesen. In eine ganz andere Richtung geht die X9R Marauder. Sie ist die hellste Taschenlampe die Olight je produziert hat und eindeutig auch eine der grössten. Wie praxistauglich eine solch grosse Taschenlampe ist erfahrt ihr in diesem Review.

Unboxing

Geliefert wird die X9R Marauder in einem Kunststoffkoffer. Dieser ist wasser- und staubdicht sowie stossfest. Ausserdem verfügt er über ein Druckausgleichsventil, welches man manuell öffnen und schliessen kann. Gemäss Olight lässt sich der Koffer so besser öffnen, wenn er grossen Temperatur- oder Höhenunterschieden ausgesetzt war. Der Koffer macht einen guten Eindruck und es freut mich, dass Olight hier eine neue Art der Verpackung ausprobiert. Auch für den Transport der Taschenlampe finde ich den Koffer äusserst praktisch.

Innen ist der Koffer mit Schaumstoff ausgekleidet. Neben dem Platz für die Taschenlampe gibt es zwei Fächer für das Zubehör. Diese sind mit einem Deckel aus dünnem Karton zugedeckt. Auf diesem ist das jeweils enthaltene Zubehör aufgedruckt. Wer, so wie ich, unterwegs nicht das ganze Zubehör benötigt, kann in den Fächern beispielsweise noch eine zweite, kleinere Taschenlampe verstauen.

An dieser Stelle noch ein Hinweis: Die X9R wurde mir von yonc.ch für dieses Review ausgeliehen. Es handelt sich dabei um ein Muster, welches bereits vorgängig verwendet wurde. Die Lieferung bei einer neuen X9R kann somit leicht von den hier gezeigten Bildern abweichen.

Gemäss der Bedienungsanleitung sind folgende Dinge im Koffer enthalten.

  • X9R Marauder
  • DC Adapter (16.8V / 2A)
  • Tragegurt
  • KFZ Adapter (16.8V / 1.5A)
  • Anti-Roll Ring
  • Bedienungsanleitung

 

Der Anti-Roll Ring war bei meiner Testlampe leider verschwunden. Wie der Name schon sagt, soll dieser allerdings verhindern, dass die X9R ungewollt wegrollt. Wie dieser an der Lampe befestigt wird, ist in der Bedienungsanleitung erklärt.

Quelle: olightworld.com / Bedienungsanleitung

Der Akku ist bereits in der X9R eingesetzt. Er lässt sich problemlos austauschen. Es handelt sich dabei um einen speziell für die X9R entwickelten Akku, welcher nur bei Olight erhältlich ist. Dennoch finde ich es gut, dass sich Olight nach der X7R wieder dazu entschieden hat, einen austauschbaren Akku einzusetzen. Ausserdem gibt Olight ein Jahr Garantie auf den Akku. Gebaut wurde der Akku aus acht 18650er Akkus, wovon jeweils vier Zellen in Serie und zwei dieser Serieschaltungen parallelgeschaltet sind. Dies ergibt eine Nennkapazität von 6000mAh bei 14.4V.

Vor der ersten Verwendung sollte der Schutzfilm auf dem Glas sowie am Akku entfernt werden. Dies wird einem auf einem auffällig gelben Zettel erklärt. Ausserdem empfiehlt es sich, die Taschenlampe nach dem Auspacken voll aufzuladen. Laden kann man den Akku direkt in der Lampe. Dazu kann eines der beiden Ladegeräte verwendet werden. Der Ladeanschluss befindet sich an der Seite der X9R unter einer Gummiabdeckung.

Optik

Auf den ersten Blick ist die X9R vor allem eines und zwar ziemlich gross. Die letzte Taschenlampe in dieser Grösse, an die ich mich erinnern kann, ist die SR90 Intimidator (rechts) von Olight, welche ein Freund von mir vor einigen Jahren gekauft hatte. Im Vergleich zur X80 (links) von AceBeam, welche ebenfalls 25'000 Lumen liefert, ist die X9R mehr als doppelt so gross.

Auf den zweiten Blick erkennt man klar, dass es sich bei der X9R um eine Taschenlampe von Olight handelt. Hauptsächlich ist die Lampe schwarz, hat aber einige blaue Akzente. Die Verarbeitung ist sehr gut und die Beschriftungen sauber graviert.

Der Griff ist gummiert und mit Vertiefungen für die Finger versehen. Das Ganze soll das Tragen der X9R vereinfachen. Für mich ist die X9R trotzdem zu dick und nicht angenehm zu halten. Das liegt zum einen daran, dass ich die X9R mit meinen Händen nur knapp umgreifen kann. Zum anderen liegt der Schwerpunkt der Lampe am Kopf, wodurch sie dazu neigt, nach vorne zu kippen. Ich bin deshalb froh, dass Olight auch einen Tragegurt mitliefert. Mit diesem lässt sich die Lampe beispielsweise bei Spaziergängen angenehm tragen. Hängt man sie über die Schulter, leuchtet sie genau in Richtung des Weges.

Befestigt wird der Tragegurt an zwei Ösen. Die eine lässt sich, wie schon bei der X7R, im Gehäuse versenken, wenn sie nicht benötigt wird. Wie bei fast allen aktuellen Taschenlampen kommen auch hier LEDs von Cree zum Einsatz. Konkret verwendet Olight hier sechs XHP70.2 LEDs, welche die maximalen 25'000 Lumen problemlos liefern können. Von Vorne ebenfalls zu erkennen sind die zwei Näherungssensoren. Auch diese sind bereits aus der X7R bekannt und meiner Meinung nach eine sinnvolle Ergänzung. Wird die Taschenlampe durch ein Objekt verdeckt, beginnt sie die Helligkeit zu reduzieren, um nichts in Brand zu stecken.

Bedienung

Wer bereits eine Taschenlampe von Olight in der Hand hatte, wird auch mit der Bedienung der X9R vertraut sein. Wie bei allen Lampen von Olight wir auch sie mit einem einfachen Klick ein- und ausgeschalten. Durch drücken und halten kann zwischen den verschiedenen Stufen gewechselt werden. Im Vergleich zu anderen Lampen gibt es bei der X9R allerdings weder einen Moonlight noch einen Turbo Modus. Alle Helligkeitsstufen werden beim normalen Wechsel durchlaufen. Die hellste Stufe lässt sich jederzeit durch einen Doppelklick erreichen. Die aktuelle Stufe wird beim Ein- und Ausschalten gespeichert. Um die X9R auf der niedrigsten Stufe einzuschalten, muss der Knopf beim Einschalten kurz gedrückt gehalten werden. Absolut genial für die Bedienung ist die Anzeige der aktuellen Stufe. Über einen Balken aus blauen LEDs sieht man, auf welcher Stufe man sich gerade befindet. Nach wenigen Sekunden schaltet sich die Anzeige automatisch ab. Sie wird jedoch bei jedem Knopfdruck erneut aktiviert.

Die zweite Balkenanzeige informiert über den aktuellen Ladezustand des Akkus. Etwas seltsam finde ich die Tatsache, dass sich die beiden Anzeigen nicht gleichzeitig ausschalten. Die Helligkeitsanzeige geht bereits nach ca. 9 Sekunden abrupt aus. Die Akkuanzeige leuchtet noch weitere 5 Sekunden und es geht eine LED nach der anderen aus. Dennoch sind die zwei Anzeigen meine Lieblingsfunktion bei der X9R. Akkuanzeigen kennt man schon von anderen Taschenlampen. Und ich bin immer froh, wenn ich die Lampen nicht präventiv vor jedem Ausflug laden muss, sondern nur dann, wenn es gemäss Akkuanzeige auch wirklich nötig ist. Die Anzeige der aktuellen Stufe habe ich noch bei keiner anderen Taschenlampe gesehen. Dank ihr blieb mir bei der X9R aber erspart, mehrmals alle Modi durchzuschalten, bis ich endlich mit Sicherheit die hellste Stufe erreicht hatte.

Leuchtstufen

200 Lumen sind schon ziemlich hell. Das es hier keine tiefere Stufe gibt finde ich etwas schade. Ansonsten gefällt mir die Einteilung der verschiedenen Modi aber sehr gut. Mit jeder Stufe wird die Helligkeit verdoppelt. Nur auf der hellsten Stufe fehlen noch 600 Lumen um die Reihe perfekt zu machen. Einen Vergleich der verschiedenen Stufen zeigen die nachfolgenden Bilder, welche alle mit denselben Einstellungen fotografiert wurden.

Durch die Verwendung von sechs LEDs wird das Licht sehr breit gestreut. Dennoch gibt Olight eine Leuchtweite von 639m an. Ob das wirklich stimmt, kann ich nicht beurteilen. Das Licht in der direkten Umgebung ist so hell, dass ich auf Distanz gar nichts mehr sehe. Ein Unterschied des Lichtkegels im Vergleich zur X80 von AceBeam ist nur bei genauer Betrachtung zu sehen. Da die X80 noch mehr LEDs verbaut hat, streut sie das Licht etwas breiter. Das die X9R weiter leuchtet, ist an den Büschen im Hintergrund zu erkennen. Diese sind bei der X80 gar nicht beleuchtet.

Feuer machen

Es gibt einen Grund, weshalb Olight die X9R mit Sensoren ausgestattet hat, um die Helligkeit zu reduzieren, sobald sich etwas vor der Lampe befindet. Hält man die Hand vor die Lampe, spürt man deutlich die abgestrahlte Wärme. Doch lässt sich damit auch ein Feuer entfachen? Da es in den letzten Wochen überall in der Schweiz sehr trocken war, habe ich im Garten einige trockene Blätter gesammelt. Anschliessend ein Blatt auf das Glas der X9R gelegt, so dass die Sensoren nicht verdeckt werden. Und dann mit einem Doppelklick auf die maximale Helligkeit von 25'000 Lumen gestellt.

Sofort stieg Rauch auf. Das Blatt kohlte vor sich hin und nachdem zuerst sehr viel Rauch aufstieg, wurde dieser mit der Zeit immer weniger. Doch auch nach mehreren Minuten begann das Blatt nicht zu brennen. Nach dem Ausschalten zeigte sich das Blatt fast vollständig verkohlt. In einem weiteren Versuch habe ich ein Streichholz über die X9R gehalten. Doch auch dieses entzündete sich nicht. Lässt sich mit der X9R nun Feuer machen? Dank der von Olight verbauten Sensoren wohl nicht so einfach. Ein Gegenstand in der Mitte der Lampe wird zu wenig heiss um wirklich zu brennen. Wird die Lampe komplett verdeckt, würde sich die Hitze stauen und der Gegenstand würde wohl anfangen zu brennen, wenn die X9R nicht ihre Helligkeit reduzieren würde. Mit den Distanzsensoren hat Olight also genau das richtige gegen versehentliche Feuer gemacht.

Fazit

Die X9R ist wie von Olight gewohnt, eine sehr hochwertige Taschenlampe. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau und die Bedienung gut durchdacht. Besonders gut gefallen mir die beiden Balkenanzeigen für den Akkustand und die Leuchtstufe. Ein weiterer Pluspunkt ist der austauschbare Akku, welcher sich direkt in der Lampe laden lässt. Gebremst wird die Euphorie leider von zwei Dingen. Dem Preis von mehreren hundert Franken, sowie der Grösse der Taschenlampe. Damit ist die X9R trotz der tollen Ausstattung wohl kein Produkt für Jedermann. Für einen deutlich geringeren Preis, bei kompakter Grösse liefert auch die X80 von AceBeam kurzzeitig 25'000 Lumen. Trotzdem ist die X9R für Olight eine wichtige Lampe, um nicht den Anschluss an die anderen Hersteller mit immer helleren Taschenlampen zu verlieren. Auch wenn es hier wohl schon lange nicht mehr um den Nutzen geht, sondern nur darum, die hellste Taschenlampe zu produzieren. Wer bei seiner Arbeit auf viel Licht angewiesen ist, für denn könnte sich die X9R aber dennoch lohnen. Hier übertrifft sie die X80 mit einer längeren Akkulaufzeit und besserer Handhabung. Ausserdem gibt Olight 10 Jahre Garantie auf die X9R. Ob man sie wirklich braucht, muss schlussendlich jeder selber entscheiden. Ich hoffe, mein Review hilft bei dieser Entscheidung.

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