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5 Monate Unterwegs

Anfang Mai hat mein Abenteuer gestartet. Zuhause habe ich meinen Job gekündigt, meine Wohnung aufgelöst, alle mögliche Abonnemente gekündigt um mir eine Auszeit zu gönnen. Mein Plan war solange wie möglich auf dem Europäischen Fernwanderweg E1 unterwegs zu sein. Schon relativ früh war mir klar, dass ich es wahrscheinlich nicht bis nach Sizilien schaffen werde. Logistisch ist eine Fernwanderung über ein Jahr nicht einfach zu planen. Zudem war es sicher nicht die ideale Fernwanderung ohne dass man viel Erfahrung hat.

Warum ich aber unbedingt auf diesen Weg gehen wollte, die Antwort darauf findet ihr auf meinem eigenen Blog.

Unterstützt wurde ich bei den Vorbereitungen auch von Yonc.ch. Den Schlafsack von Carinthia durfte ich als Review Artikel bereits letztes Jahr testen. Neu dazu kam das Morakniv Eldris. Auch meinen Rucksack den Ospray  Xena findet man inzwischen im Yonc.ch Sortiment. Doch nicht nur beim Material war Yonc mir eine grosse Unterstützung. Auch auf mentaler Ebene konnte ich mich immer auf die Botschafter und auf das Team verlassen. Danke euch an dieser Stelle. Ich bin stolz als Botschafterin für Yonc unterwegs zu sein.

Ich habe meine Reise am Nordkap begonnen. Viele haben mir abgeraten Anfang Mai am Nordkap zu starten. Auf die meisten wollte ich nicht so recht hören. Ich wollte meine eigenen Erfahrungen sammeln, dazu kam dass ich auf diese Dauer wohl immer irgendwo bin, wo es gerade zeittechnisch nicht perfekt ist.

Bei meinem Start am Nordkap lag dann tatsächlich noch ziemlich Schnee. Die Nordkapkugel präsentierte sich aber bei meinem Start mit einem tollen blauen Himmel im Hintergrund. Ein unglaubliches Gefühl endlich an dieser Stelle zu stehen. Auf den Trail zu gehen war unmöglich. So dass ich die ersten 3 Wochen der Strasse entlanglief.

An der Strasse entlang zu wandern hört sich zuerst nicht wirklich nach dem an was ich mir erhofft hatte. Ich habe mich vor allem auf die Zeit in der Natur und in der Wildnis gefreut. Jedoch ist das Wandern auf den Strassen von Norwegen nicht zu vergleichen wie in der Schweiz. Den Fjorden entlang zu wandern ist unbeschreiblich faszinierend und liess mich immer wieder staunen.

Leider verliefen die ersten 14 Tagen nicht wie geplant, so dass meine Reise schon gleich zu beginn aufwühlender war als erwartet. Gesamt war ich dann 3 Wochen in Norwegen unterwegs bevor ich meine Pläne geändert habe und mit dem Zug nach Varberg fuhr. Am südlichsten Punkt von Schweden führte meine Wanderung dann dem Europäischen Fernwanderweg E1 entlang Richtung Norden. Obwohl das Aendern meiner Pläne für mich sehr schwer war, muss ich im Nachhinein sagen das es genau das Richtige war. Nur 14 Tage später änderten sich meine Pläne aufgrund von familiären Ereignissen aber erneuert.

Für 14 Tage kam ich zurück in die Schweiz, viele Gedanken später machte ich mich aber wieder auf den Weg. Ich habe mir vor allem überlegt warum mir so viel Steine auf meinen Weg gelegt wurden. Meine Reise nach dem Unterbruch führte mich zuerst nach Mora. Dort durfte ich einige Tage bei

einer Tirolerin verbringen. Auch das Mittsommerfest durfte ich in Mora feiern. Ein ganz besonderes Erlebnis für mich, mit Tränen vor Rührung in den Augen nahm ich am typischen Mittsommerstangen aufstellen teil. Was mich so gerührt hat, war die Stimmung. Schwierig zu beschrieben aber wer Schweden mag sollte unbedingt einmal teilnehmen. Wenige Tage später führte mich meine Wanderung dann Richtung Sälen. Hier startete ich den Vasalopsleden welcher ein Teil des Europäischen Fernwanderweges ist. Der Vasalopleden ist in Schweden vor allem für das Langlaufrennen bekannt. Der Wanderweg ist sehr gut unterhalten und man hat die Möglichkeit in einfachen Hütten für 5 Euro zu übernachten. Definitiv ein Fernwanderweg der auch für Anfänger geeignet ist. Der Vasalopsleden geht hauptsächlich durch viel Wald und bietet im Sommer auch einige Abkühlungen in den Seen.

Als ich in Eldirs, die letzte Hütte wo ich ankomme, unterhalte ich mich kurz mit dem anderen Botschafter von Yonc. Sarah ist per Zufall auch gerade in Mora und so beschliessen wir, dass wir uns am nächsten Tag treffen. Ein spontanes mini Yonc Botschafter Treffen in Schweden. Ich nehme am nächsten Tag noch die letzten 9km des Trails unter meine Füsse. Die letzten Tage habe ich zwischen 17-26 km pro Tag gemacht, so es für mich eine sehr entspannte Wanderung ist. Bei der Kirche in Mora treffe ich auf Sarah und ihre Kollegin. Wir haben viel Gesprächsstoff und so wird es ein sehr kurzweiliger Nachmittag.

Leider geht die Zeit viel zu schnell vorbei und so trennen sich unserer Wege wieder. Für mich geht es nach einem Ruhetag wieder auf den Trail weiter Richtung Süden. Der Europäische Fernwanderweg E1 ist hier aber sehr schlecht unterhalten und nachdem ich mich durch den dicken Wald gekämpft habe, verliere ich immer mehr die Lust. Also beschliesse ich eine alternative Route zu gehen. Weniger Wald dafür etwas mehr Strasse.

Die tagelange Einsamkeit zu diesem Zeitpunkt machte mir mehr zu schaffen als ich erwartet habe. Ich habe normalerweise keine grossen Probleme mehr mit dem alleine sein. Zwischen der Einsamkeit auf dem Trail und etwas alleine unternehmen liegen jedoch Welten. Durch die Einsamkeit leide ich zunehmend auch unter grossem Heimweh. Für mich wird auch immer wie mehr klar das ich die Reise nicht zu ende gehen werde wie geplant.

Eine Woche war ich so wieder etwas mehr in der Zivilisation unterwegs. Ich war mir sicher das ich in dieser Woche nicht viel erleben werde, doch ich wurde eines Besseren belehrt. Spontan wurde ich zu einem Rundflug eingeladen. Ein weiteres unvergessliches Erlebnis.

 

Ab Smedjebacken war ich wieder auf dem Europäischen Fernwanderweg unterwegs. Endlich fand ich auch bessere Übernachtungsmöglichkeiten. Meistens direkt an einem See mit einer tollen Aussicht.

2 Etappen nach Smedjebacken führte mich mein Weg auf den Bergslagsleden. Diese Fernwanderung führt durch die Region rund um Örebro und war auf meiner Reise der schönste Weg. Mit seinen 28 Meilen ist es einer den längsten Wanderwege von Schweden. Sicher etwas weniger bekannt als der Kungsleden. Wichtig zu wissen ist das man für diesen Trail sicher den Wald lieben muss. Ich selber mag es sehr im Wald unterwegs zu sein, jedoch wurde es selbst mir dann etwas zu Wald lastig. Es war ein sehr heisser Sommer in Schweden und so war ich dankbar, dass ich viele Möglichkeiten zum abkühlen hatte. Den auf dem Bergslagsleden gibt es auch viele Seen die sehr sauber sind und zum Baden einladen. So bin ich in dieser Zeit mehrmals täglich in einen der Seen gehüpft. Dadurch war es dann auch kein Problem das man mehrere Tagen am Stück keine Möglichkeit zum Duschen hatte. Trotzdem stank mit dieser Zeit einfach alles, ich selber habe gedacht das ich mich an den Geruch irgendwann gewöhnen würde. Dies war jedoch nicht der Fall, nach dem Baden schlüpft man wieder in die stinkenden verschwitzen Kleider. Auf dem Bergslagsleden war ich mehrheitlich alleine unterwegs. Einige Tage traf ich jeweils abends eine dänische Familie, zudem hatte ich auch noch eine spontane Begleitung. Dennoch war die Einsamkeit ein allgegenwärtiges Thema.  Nach 4 Monaten und 1000 Kilometer alleine wandern habe ich dann beschlossen meine Wanderung auf dem Europäischen Fernwanderweg zu beenden.

Bis im September wollte ich aber noch in Schweden bleiben. Schon länger war geplant das ich hier dann mit meinen Eltern noch einen Roadtrip mache.

Bis dahin war ich dann noch als Backpacker mit dem Zug, Bus und auch zu Fuss unterwegs. Auch mit dem Fahrrad und sogar mit dem Kanu habe ich mich durch Schweden bewegt. Es war eine tolle Zeit und ich habe wahnsinnig viel gesehen und viel mitnehmen können. Besonders gefallen hat mir die Westküste, aber auch Mora hat es mir besonders angetan. Ende September bin ich dann zurück in die Schweiz gekommen. Ich bin froh habe ich mir diese Auszeit genommen.

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